Unsere Riegen am Turnfest Seengen

Ein zweiter Rang, ein Zeltparasit und eine Tropennacht. Das sind die Geschichten, die vom Turnfest in Seengen bleiben werden. Begleitet hat uns den ganzen Tag und die ganze Nacht vor allem eines: die Hitze. Das Thermometer zeigte bereits bei der Besammlung um kurz vor 6 Uhr morgens über 20 Grad an. So war die Anreise in Richtung Hallwilersee durchzogen von noch müden Turnerinnen und Turner gemischt mit einer gewissen Hitzeträgheit.

Diese galt es dann für die ersten Disziplinen schnell abzuschütteln. Nach der Weitläufigkeit am Eidgenössischen in Lausanne begrüssten wir die vergleichsweise kurzen Laufdistanzen in Seengen. Der Zeltplatz befand sich direkt neben dem Festgelände und Wurf-, Fachtest-, Lauf- und Gymnastikdisziplinen waren alle einigermassen nahe beieinander.

Kurz vor 9 Uhr starteten wir in den dreiteiligen Vereinswettkampf mit den Disziplinen Steinstossen und Pendelstaffette. Hier konnten wir solide Ergebnisse erzielen. Im zweiten Wettkampfteil stach besonders der Speerwurf hervor. Mit einer Wertung von 8.83 erwarfen sich unsere Athleten die insgesamt höchste Wettkampfwertung. Leider konnten die Weitspringerinnen und Weitspringer als auch das Fachtestteam nicht ganz mithalten. Bemerkenswert sind dann die Leistungen im dritten Wettkampfteil. Obwohl die Temperaturen schon bei 30 Grad lagen, erreichten die vier 800 Meter Läufer eine 8.64, eine herausragende Leistung. Und auch das Gymnastikteam überzeugte mit der allerersten Vorführung an einem Turnfest mit einer 8.48. Am Ende reichte es – auch wegen einigen unglücklichen Ausreissern nach unten – für Rang 24 von 27 mit insgesamt 23.72 Punkten.

Auch die Männerriege Bremgarten stellte sich den hitzigen Bedingungen und zeigte einen starken Wettkampf. Mit dreiteiligem Fit und Fun, Kugelstossen uns Steinstossen erreichten sie eine Gesamtpunktzahl von 23.19 und damit den 15. Rang von 22 Vereinen.

Das gekühlte Bier hatten sich alle verdient. Und dann hiess es, Schatten und Abkühlung suchen. Mit dem nahen See war diese zum Glück nicht weit. Doch hatten viele der gut 9000 Turnerinnen und Turner dasselbe Bedürfnis. Die Badestelle am Steitenarm des Hallwilersees war somit mehr als überfüllt. Trotzdem kamen alle zu einem Sprung ins kalte Nass und der Nachmittag bei bis zu 35 Grad verstrich unter einem schützenden Blätterdach.

Gegen Abend verlagerte sich die Aktivriege zum Festgelände. Zwischen Festzelt, Biergarten und Barzelt tanzten wir auf den Tischen, bis einer gespalten war und grölten aus voller Lunge zu W. Nuss vo Bümbliz. Die langen Hosen und Jacken blieben in dieser Nacht definitiv im Rucksack. Auch um 2 Uhr nachts war es noch so heiss und stickig, dass man es im dicht gedrängten Barzelt kaum aushielt. Die Festnacht war aber noch geprägt von einem anderen Zwischenfall, den wohl der halbe Zeltplatz mitbekommen hat. Nachdem sich ein fremder Turner in eines unserer Zelte verirrte, musste unser Oberturner zur Tat schreiten und den Eindringling verscheuchen. Nur so viel: Die verbale Ebene reicht dazu nicht mehr…

Um 6 Uhr morgens vertrieb die Sonne bereits viele wieder aus ihren Zelten. Ein zweiter Hitzetag stand bevor. Diesmal aber ohne Wettkampf, dafür mit einer gebührenden Abschlussfeier. Der Anlass war für den Verein etwas besonderes, wir durften nämlich Matteo Fischer für seinen 2. Rang im Sechskampf bejubeln. Im anschliessenden Fahnensturm versuchten unser Fahnenträger und die Hornträgerin und Hornträger nochmals alles rauszuholen. Für den Sieg reichte es nicht – auch, weil man sich vor einer gewissen Fahnenspitze in Acht nehmen musste.

Und so ging ein weiteres Turnfest-Wochenende vorbei. Ein grosses Dankeschön an unseren Oberturner, der stets wusste, wo und wann der nächste Wettkampf stattfand und sogar für uns mit dem Shuttle-Pförtner über eine frühere Busverbindung stritt. Und natürlich an das gesamte Leiterteam und alle Kampfrichterinnen und Kampfrichter, ohne die eine Teilnahme gar nicht erst möglich wäre.